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Drogen, Wirkungsweise und Eigenschaften.


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Überarbeitet im August 2009

 

Körpereigene Drogen  Es ist nun wissenschaftlich bewiesen, es gibt sie, die körpereigenen Drogen......

Doppelmoral der legalen und illegalen Drogen  Alle Drogen sind Drogen... oder doch nicht?

Cannabis  Der heutige Turbohanf mit seinem hohen Wirkstoffgehalt ist keine harmlose Droge mehr...

Alkohol  Die uralte und am meisten verbreitete Droge...

Heroin  Was mit einem für harmlos gehaltenen Schmerzmittel der Firma Bayer begonnen hatte....

Ecstasy Ureinwohner wie die Azteken und Inkas sollen Ecstasy aus der Muskatnuss gewonnen haben....

 

Amphetamin  (Wikilink)  Auch Speed oder Pep genannt...

Ephedrin (Wikilink)  Oft unterschätzt, eine chemische Stufe vor dem Amphetamin...

Kokain  (Wikilink)  Bis 1906 soll es im Coka-Cola drin gewesen sein....

Crack  (Wikilink)  Eine sehr gefährliche Droge...

Spice  (Wikilink)  Eigentlich ein synthetischer und nicht ungefährlicher Cannabisersatz...

Lachgas  (Wikilink)  Nicht nur ein Schmerzmittel....

Ecstasy  (Wikilink)  1953 von der Us-Armee als Psychokampfstoff und Wahrheitsserum getestet....

Mescalin  (Wikilink)  Die Droge aus dem Peyote Kaktus....

Nikotin  (Wikilink)  Wenn der Rauch und die Chemie in den Tabakwaren nicht wären, wäre Nikotin fast harmlos...

Coffein  (Wikilink)  Eine unterschätzte Droge....

Theobromin  (Wikilink)  Die Droge in der Schokolade, dem Kakao, dem Colabaum und einigen Teesorten...

Lsd  (Wikilink)  Buchtipp: Lsd, mein Sorgenkind, von Albert Hoffmann....

Codein (Wikilink)  Jetzt weiss ich warum Grossmutter den Hustensirup so liebte....



 
 





 

Ein Einblick in unsere körpereigenen Drogen.  

Um Drogen besser verstehen zu können, sollten wir noch mehr darüber lernen. Einen der vielen Aspekte der Drogen wird nur allzu oft übersehen. Der Aspekt der körpereigenen naturgegebenen Drogen. Um das Phänomen Drogen verstehen zu können, sollten wir also auch über diese Drogen etwas wissen. Eine der Wissenschaft ins Auge gerückte Substanz ist das Endorphin. (Endorphin ist die Abkürzung von Endogene Morphine) Die 1975 zum ersten mal im Zwischenhirn wissenschaftlich nachgewiesenen Glücklichmacher haben eine ausgeprägte schmerzstillende, berauschende und entspannende Wirkung. Diese Endorphine werden in den verschiedensten Situationen ausgeschüttet. Uns allen ist der Rausch nach einem guten Essen, nach einem Erfolgserlebnis, nach einer schönen Liebesnacht, bekannt. Auch nach Schmerzereignissen wird dieses Endorphin ausgeschüttet, vermutlich um die Flucht vor der verletzenden Gefahr zu erleichtern. Menschen die sich selber schmerzen zufügen, erzeugen damit letztendlich einen Endorphinrausch. Endorphine gehören zu der Gruppe der Neuropeptide welche im Allgemeinen als Botenstoffe agieren. Neuropeptide haben eher eine modularische Wirkung. Botenstoffe anderer Gruppen haben dagegen eher eine Schaltwirkung.

Die Endorphine binden an die Opiatrezeptoren. Das heisst also, sie entfalten ihre Wirkung an derselben Stelle wie Heroin oder andere Opiate. Es ist nachgewiesen dass eine Frau während der Schwangerschaft von ihrem zentralen Nervensystem für ihre Schwangerschaft mit grossen Mengen von Endorphinen belohnt wird. Auch Streicheleinheiten, Anerkennung, Zärtlichkeiten, Geborgenheit, im Mittelpunkt sein, das überwinden einer realen oder vermeintlichen Gefahr, schütten unter anderem diese Endorphine aus, und dies nicht gerade in bescheidenen Dosen. Nebst dem Endorphin gibt es noch eine grosse Zahl anderer Botenstoffe, welche dieselben Wirkungen aufweisen wie endogene Drogen, die uns so wohlfühlend oder übelfühlend, so wach oder schlaflos machen können, das dieses System zeitweise einen Belohnungs-, Bestrafungs- und Forderungscharakter bekommen kann. Je nachdem was wir tun, was wir unterlassen oder was uns erwartet, werden die einen oder anderen Stoffe ausgeschüttet, kombiniert oder neutralisiert. Diese Botenstoffe, diese körpereigenen Drogen, arbeiten sozusagen unter einander zusammen, und können sich gegenseitig verstärken.

Einige dieser körpereigenen Drogen sind zum Beispiel das Stresshormon Adrenalin, das körpereigene Cannabinoid Anandamid, das stimmungsaufhellende Dopamin, das körpereigene Tryptamin Endo-DMT, das antidepressiv und euphorisierend wirkende Noradrenalin, das beruhigend und ausgleichend wirkende Serotonin, das belohnende Hormon für Beziehungen Oxytocin, das körpereigenes Diazepam Endovalium, die bereits erwähnten körpereigenen Morphin-Moleküle Endorphin, das beruhigende und schlaf bewirkende Melatonin, die sedierende Gammaaminobuttersäure, abgekürzt Gaba, u.s.w.

Auf dieser Ebene versuchen auch Medikamente wie Psychopharmaka oder andere legale Drogen ihre Wirkung, oder oft auch umstrittene Wirkung, zu entfalten, um unser Befinden zu beeinflussen. Z.B Serotonin-Wiederaufnahmehemmer sollen bewirken, dass das tonisierende Serotonin nicht so schnell an die Abgabestelle zurückwandern kann. Somit bleibt das tonisierende Serotonin länger an der Informationsaufnahmestelle kleben und hebt somit länger als es natürlicherweise sollte die Stimmung des Patienten.

Würde es dieses System in unserem Körper nicht geben, wären keine Empfängerrezeptoren dafür vorhanden, und dann könnten endogene Drogen wie z.B. Alkohol, Opiate, Kokain, Cannabis, Diazepam, Nikotin, Koffein oder Psychopharmaka bei uns keine Wirkung entfalten.
Dieses körpereigene Drogensystem ist ein Teil unseres Nervensystems und es gibt die manigfachsten Theorien und Spekulationen darüber, warum dieses System der körpereigenen Drogen da sei und warum es sich so verhält. Je nachdem ob diese Theorien von den Darwinisten oder den Kreatonisten kommen, sind wirklich die unglaublichsten und unhaltbarsten Dinge zu hören. So behaupten z.B. die einen es sei ein Erbe aus der Steinzeit welches früher mal der Erhaltung der Art diente. Diese simplen und unkomplexen Antworten bringen natürlich einige Forscher zu der zynischen Ansicht, dass das was wir fühlen und demzufolge tun oder lassen lediglich das Resultat manipulierbarer chemischer körpereigener Drogenvorgänge in unserem Gehirn sei. Das dahinterstehende Problem dieser Ansichten könnte wohl sein, das einige Forscher, wenn sie etwas wirklich Phänomenales entdeckt haben, aufhören Fragen zu stellen. Z.B. wenn messbare chemische Vorgänge bei bestimmten Empfindungen vorhanden sind, oder diesen Empfindungen vielleicht vorangehen, (Was bisher noch nicht schlüssig bewiesen werden konnte) was steht dann hinter diesen chemischen Prozessen? Und warum verhält es sich differenzierbar von Mensch zu Mensch verschieden? Wer oder was hat diese mit unseren Empfindungen einhergehenden chemischen körpereigenen Drogenprozesse erschaffen? Wenn es nur um die Erhaltung der eigenen Art ginge, wären der Evolution einfachere Wege eingefallen als dieses hochkomplexe System.

So gibt es leider Forscher welche behaupten, dass unser ganzes Wirken und Handeln in unserem Leben von diesen angeblich sehr mächtigen körpereigenen Drogen gesteuert wird. Und das wir letztendlich alle nur biochemische Reiz und Reaktionsmaschinen seien, welche mit legalen Drogen zu glücklichen funktionierenden Menschen gemacht werden könnten.

Ich halte es für in Ordnung, glücklich sein zu dürfen. Doch meine Erfahrung sagt mir, das ausschliesslich nur glücklich zu sein, sozusagen als Dauerzustand und um jeden Preis, uns blind und stumpf macht, unsere Seelen verhärtet und persönliche Entwicklung zum Stillstand bringt. Das wir diese körpereigenen Drogen haben, und die damit verwobenen angenehmen und unangenehmen Gefühle, und das wir diese mit endogenen Drogen beeinflussen können, lässt jedoch immer noch offen was zuerst da war. Machen unsere Gefühle diese körpereigenen Drogen, oder machen diese Drogen unsere Gefühle. Oder sind die messbaren chemischen Vorgänge auf unserer Körperebene nur der materielle Ausdruck dessen, was uns ausmacht und in uns lebendig werden möchte? Das letztere ist das, was mir persönlich Lebensmut macht. Es ist etwas da, was aus mir heraus möchte, was gelebt werden möchte. Die damit verbundenen oder daraus hervorgehenden messbaren chemischen Vorgänge in meinem Körper werden somit sekundär, zu einem Nebeneffekt, was sie meiner Meinung nach auch sind.

Deshalb sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass wir weder den Konsumenten von endogenen Drogen, noch den Konsumenten von nur körpereigenen Drogen, auf einige wenige chemische Prozesse reduzieren sollten. Ob es sich um einen Menschen handelt, welcher seine Glücksgefühle, sein Endorphin über Erfolgserlebnisse, gutes Essen, Anerkennung, Bestätigung, Risikosportarten, materiellem Reichtum oder Leistungsdenken erhält, oder ob es sich um einen Menschen handelt, der sich sein Glücksgefühl direkt in die Vene spritzten muss, weil er es auf anderem Wege nicht erreichen kann. Hinter beiden Möglichkeiten stehen Menschen, und genau um das geht es nämlich, um den Menschen selbst. 

 


 
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Doppelmoral der legalen und illegalen Drogen ?

Alkohol, Nikotin und Koffein sind einige der noch letzten legalen Drogen unserer Gesellschaft die ohne Rezept frei erworben werden können. In anderen Ländern, Z.B. den arabischen Staaten, sind es Cannabis, Nikotin und Koffein. Alle anderen wesentlichen Drogen sind per Gesetz verboten oder stehen unter Rezeptpflicht, der illegale Besitz oder Konsum wird bestraft. Der Konsum von körpereigenen Drogen ist legal, sofern der Mensch auf der Suche nach seinem Glück nicht gegen eines der Gesetze seines Landes verstösst. Viele empfinden dies als Doppelmoral. Die einen behaupten dass alle Drogen legal sein sollten und die anderen finden das Verbot aller Drogen eine bessere Lösung. Eine dritte Partei hingegen findet die jetzige Lösung die beste, nämlich Alkohol, Nikotin und Koffein legal zu halten und, da wir ja schon genug Drogen haben, alle anderen Drogen zu verbieten oder weiter verboten zu halten. Derweil blüht das Geschäft mit den Drogen und es ist kaum möglich die Drogenkriminalität in den Griff zu bekommen. Wären alle Drogen legal in der Apotheke zu erwerben, per Rezept und guter Informationsarbeit, so wäre zumindest der Drogenkriminalität tüchtig das Wasser abgegraben. Auch würde es wohl weniger Drogentote geben, da es ja bekannt ist dass die meisten Drogentoten nicht an den Drogen selber, sondern an deren Begleiterscheinungen sterben. Die Begleiterscheinungen sind giftige Streckmittel, Infektionen durch unsaubere Drogen oder unsauberes Spritzbesteck, Suizide da Abhängige die Strafverfolgung oder den Beschaffungsstress nicht mehr ertragen können, allgemeine gesundheitliche Verwahrlosung, u.s.w. Das legalisieren aller Drogen würde wohl auch einer Heranbildung der nötigen Eigenverantwortlichkeit der Bürger entgegenkommen.
 
 
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Cannabis

Der wissenschaftlicher Name der Hanfpflanzen ist Cannabis. Einige der zahlreichen Hanfsorten die als Rausch oder Medizinalmittel verwendet werden sind: Cannabis sativa L., Cannabis indica, Cannabis ruderalis. Der Hanf ist sehr eng mit dem Hopfen verwandt. Die im Hanf enthaltenen Cannabinoide wie Tetrahydrocannabinole (THC) und Cannabidiole verursachen die berauschende Wirkung. Unter den bisher ca. 400 nachgewiesenen Inhaltsstoffen des Cannabis wird dem 9-Tetrahydrocannabitol (THC) die wichtigste psychoaktive Wirkung zugeschrieben. Diese und weitere im Cannabis enthaltene Substanzen greifen in den Neurotransmitterwechsel im Zentralen Nervensystem ein. Da der Mensch körpereigene Cannabinoidähnliche Substanzen und dementsprechend auch Cannabinoid-Rezeptoren besitzt, können diese Wirkstoffe dort besonders ihre Aktivität entfalten. 


Konsumformen:
Die am meisten verbreiteten Konsumformen sind getrocknete Blüten und Blätter, das so genannte Marihuana. Der Name stammt von einem mexikanischen Frauennamen ab. (Maria Juana) Dieser Name wurde früher als heimliches Codewort für die Droge verwendet und hat sich eingebürgert. Des weiteren gibt es das als Haschisch bezeichnete gepresste Harz oder das ätherische Haschöl. Die Produkte können geraucht, gegessen oder getrunken werden. Beim Rauchen oder inhalieren  kann die Wirkung bereits nach 2 bis 15 Minuten eintreten, bei oraler Einnahme nach 15 bis 300 Minuten. Die Wirkung kann je nach Gewöhnungsgrad bis zu 16 Stunden anhalten. In der Regel dauert ein Rausch eher 4 bis 8 Stunden.


Cannabis kann folgende Wirkungen verursachen:
Hochgefühle, Geborgenheitsgefühle, Redseligkeit, Euphorie, Gelächter, Entspannung, leichte bis stärkere Wahrnehmungsveränderungen bis hin zu  Halluzinationen. Musik und Farben werden oft als schöner und angenehmer wahrgenommen. Angstgefühle, Horrortrips, Herzrasen, Verfolgungswahn, Kreislaufkollaps und Pseudopsychosen sind eher die Ausnahme, kommen aber auch immer wieder vor. Im Gegensatz zu einigen anderen Drogen wie Alkohol, Kokain oder Ampheatamin hat Cannabis keine Tendenz Aggressionen auszulösen.


Dem Cannabis werden vielfältige medizinische Wirkungen zugeschrieben wie: 
Antibakteriell, antiemetisch (brechreizhemmend), antiepileptisch, antiviral, appetitanregend, bronchienerweiternd, entkrampfend, entzündungshemmend, fiebersenkend, gefühlsintensivierend, gerinnungshemmend, juckreizhemmend, kommunikationsfördernd, stimmungsaufhellend, schmerzstillend, schlaffördernd, temperatursteigernd, tumorhemmend.
In der Ayurveda, Homöopathie und der traditionellen Chinesischen Medizin findet der Cannabis schon seit geraumer Zeit seine Anwendung. In der indischen Literatur sind 2400 Jahre alte Berichte zu finden über medizinische und rituelle Anwendungen von Cannabis. Allerdings wurden damals nur die schwächeren Cannabissorten wie z.B. Ganja gesellschaftlich akzeptiert.


Toxizität und Gefahren:
Die Behauptung das es sich bei Cannabis um eine Einstiegsdroge handelt lässt sich wissenschaftlich nur schwer aufrechterhalten. Wissenschaftliche Untersuchungen sollen gezeigt haben das Cannabis von 90 bis 95% nur kurzfristig, vorübergehend oder gelegentlich konsumiert wird. Cannabis ist nur in sehr hoher Dosis toxisch. Theoretischer Wert bei Menschen:10g Marihuana/kg Körpergewicht. Solche Konzentrationen sind nur durch Rauchen mehrerer 100 Joints zu erreichen. Deshalb sind offenbar keine Todesfälle bekannt, die direkt auf eine Überdosierung von Cannabis zurückzuführen sind. Cannabis erzeugt bei längerem Konsum eine psychische Abhängigkeit. Es verbleiben noch lange Zeit nach dem Cannabis-Konsum Metaboliten im Körper zurück welche Leberschädigungen verursachen können. Bei einigen Konsumenten verursacht Cannabis Angstgefühle, Horrortrips, Herzrasen, Verfolgungswahn, Kreislaufkollaps, Pseudopsychosen und Psychosen die nur schwer wieder in den Griff zu bekommen sind. Unter der Computertomographie sind bei Cannabis-Konsumenten keine direkten Veränderungen am Hirn zu erkennen. Entwicklungsstörungen des Gehirns bei Jugendlichen wurden  von W. Wilson et al., Journal of Addictive Diseases, 19, 1-22 (2000) nachgewiesen. Ebenfalls durch Studien belegt ist die Tatsache dass die regelmäßige Einnahme der Droge den Menschen in seiner Entwicklung stark behindert. Wahrnehmungs-, leistungs- und Lernfähigkeit werden stark eingeschränkt. Für Herz, Lungen und psychisch Kranke kann Cannabis sehr gefährlich oder gar Lebensbedrohlich sein. Der immer mehr auf den Drogenmarkt drängende Turbohanf scheint ebenfalls eine gewisse Gefahr darzustellen. In diesem wurde durch Kreuzung diverser Sorten und anderen Manipulationen die Produktion des Rauschstoffes THC um ein vielfaches erhöht. Dieser 5 bis 20 mal stärkere Hanf kann Wirkungen erzeugen die an Lsd erinnern. Weitere Gefahren sind Pestizide und Fungizide die im illegalen Anbau zum Teil unkontrolliert oder mit Unverständnis verwendet und oft vom Konsumenten mitkonsumiert werden. Der Turbohanf wird von vielen als "harte Droge" bezeichnet. Wir dürfen jedoch nicht übersehen, dass der Alkohol eine weitaus grössere Gefahr darstellt als der Hanf.


Ein typischer Kiffer-Witz. (Kiffer = Umgangssprachliche Bezeichnung für einen Cannabiskosumenten)
3 Kiffer gehen eine 3 km lange Strasse entlang. Am Anfang der Strasse spricht der erste Kiffer: He, seht mal, da fährt ein Porsche. Später, in der Mitte der Strasse angekommen spricht der zweite Kiffer: He, das war doch gar kein Porsche. Am ende der Strasse angekommen spricht der dritte Kiffer: He Leute, macht doch keinen Stress hier.


Quellen:
Diverse Selbsterfahrungen von Mitwirkenden der www.streetwork.ch
Freie Enzyklopädie Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/
Domberg, Harry et al.: Rausch und Realität. Drogen im Kulturvergleich. 2. Auflage. Reinbek 1995.
Bauer, Rudolf / Wagner, Hildebert: Pharmazeutische Biologie. Bd. 2. Drogen und ihre Inhaltsstoffe. 6. Auflage. Stuttgart 1999.
Diverse weitere Forschungs- und Selbsterfahrungsberichte welche als Referenz und Vergleich herangezogen wurden.

Editor: B. Gubler


 
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Alkohol

Im allgemeinen wird unter Alkohol speziell der vom Ethan abgeleitete Alkohol mit der chemischen Bezeichnung Ethanol oder Ethylalkohol verstanden. Generell werden in der Chemie alle organischen Verbindungen als Alkohole bezeichnet, deren charakteristische funktionelle Gruppe die Hydroxy-Gruppe (-OH) ist. Alle Alkohole sind giftig, einige wenige, wie z.B. Glycerin oder Zuckeralkohole, werden als Genussalkohole verstanden. Diese Alkohole führen innerhalb eines bestimmten Dosierungsschemas nicht sofort zu bleibenden Schäden oder zum Tod.


Handelsformen:

Alkohol wird gewöhnlich in alkoholischen Getränken verfügbar gemacht und ist die weltweit am weitesten verbreitete Droge.


Alkohol enthaltende Getränke (mit Angabe des Alkoholgehaltes in Volumenprozent):

Weine: 7-15%, meist ca 12%
Met: ca. 5-14%
Liköre: ca. 15-75%, meist unter 30%
Spirituosen
: ca. 30-96%
Reifer Kefir: bis ca. 3%
Leichtbiere: 1-2,5%
Vollbiere: ca 3-5%, meist um 5%
Starkbiere: 6-12%


In der Schweiz verdient der Staat tüchtig mit beim Verkauf des Alkohols durch die Genussmittelsteuer. Alkohole welche von der Genussmittelsteuer befreit sind, wie z.B. Reinigungsalkohole oder medizinische Alkohole enthalten ein Vergällungsmittel welches ihn ungenießbar macht.

 

Produktion:

Alkohol entsteht u.a. bei der Vergärung von zucker- oder stärkehaltigen Substanzen durch Hefepilze oder Bakterienkulturen. Theoretisch kann jedes Zucker oder Stärkehaltige Nahrungsmittel mit solchen Substanzen vergoren werden. Durch Destillation der jeweiligen alkoholhaltigen Getränke kann der Alkoholgehalt noch erhöht werden. (Gebrannte Wasser oder Spirituosen wie Schnäpse, Rum, Whiskey, u.s.w.)


Aufnahme und Abbau:

Alkohol wird im gesamten Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Dies beginnt bereits in der Mundschleimhaut. Der dort aufgenommene Alkohol geht direkt in das Blut und wird damit über den gesamten Körper einschließlich des Gehirns verteilt. Der im Darm aufgenommene Alkohol gelangt dagegen zunächst mit dem Blut in die Leber, wo er teilweise abgebaut wird. Die Alkoholaufnahme wird durch Faktoren, die die Durchblutung steigern, erhöht, beispielsweise Wärme (Irish Coffee, Grog), Zucker (Likör) und Kohlenstoffdioxid (sog. Kohlensäure in Sekt). Fett dagegen verlangsamt die Aufnahme. Dies führt aber nicht zu einer niedrigeren Resorption des Alkohols insgesamt, sondern nur zu einer zeitlichen Streckung. In der Leber wird der Alkohol durch das Enzym Alkoholdehydrogenase zu Ethanal (H3C-CHO) abgebaut, das weiter zu Ethansäure (Essigsäure) oxidiert wird. Die Ethansäure wird über den Citratzyklus und die Atmungskette in allen Zellen des Körpers unter Energiegewinnung zu CO2 veratmet. Das Zwischenprodukt Ethanal ist auch für den so genannten Kater verantwortlich, der eine Folge stärkeren Alkoholkonsums ist. Der Abbau des Ethanals wird durch Zucker gehemmt, daher ist die Katerwirkung bei süßen alkoholischen Getränken, insbesondere Likör, Bowlen und manchen Sektsorten besonders hoch.
Die Abbaurate durch die Alkoholdehydrogenase ist innerhalb gewisser Grenzen konstant. Sie beträgt bei den meisten Europäern knapp 1 g Alkohol je 10 kg Körpergewicht und Stunde. Eine Variationsbreite ergibt sich zwischen Männern und Frauen. Bei Männern wurde auch im Magen eine genetisch bedingte erhöhte Aktivität der so genannten gastrischen Alkoholdehydrogenase festgestellt, was zu einer leichten Erhöhung der Abbaurate führt. Die Abbaurate wird dagegen durch häufigen Alkoholkonsum nicht erhöht. Der Gewöhnungseffekt, den man bei Alkoholikern beobachten kann, beruht nicht auf schnellerem Abbau, sondern auf der Gewöhnung des Nervensystems an höhere Giftdosen. Andere, insbesondere in unsauber destillierten Spirituosen zu findende Alkohole, die so genannten Fuselalkohole, werden auch durch die Alkoholdehydrogenase abgebaut und verlangsamen den Abbau des Alkohols. Etwa 5 Prozent des Alkohols werden über Urin, Schweiß und Atemluft abgegeben.

 
Unmittelbare physiologische Wirkung:

Alkohol führt zu einer Erweiterung insbesondere der äußeren Blutgefäße. Daraus ergibt sich ein Wärmegefühl beim Konsum alkoholhaltiger Getränke. Dabei wird die natürliche Regulierung des Wärmehaushalts bei niedrigen Temperaturen außer Kraft gesetzt. Zugleich wirkt Alkohol betäubend, so dass bedrohliche Kälte nicht mehr wahrgenommen wird. Daher können Erfrierungen bis hin zum Kältetod die Folge winterlichen Alkoholgenusses sein.

Problematisch ist auch die Kombination von Alkohol mit Medikamenten und anderen Drogen. Hier gibt es vielfältige Wechselwirkungen, die zu einer vorzeitigen und intensiveren Beeinträchtigung als bei reinem Alkoholkonsum führen können. Auch der Alkoholabbau hinterlässt noch nach seiner Beendigung physiologische Wirkungen: So bleibt die Konzentration des Enzyms Alkoholdehydrogenase auch noch nach vollständiger Beseitigung des Alkohols aus dem Blut erhöht. Dieses Enzym ist aber auch am Abbau von Medikamenten beteiligt, so dass diese schneller als in der Dosierung vorgesehen abgebaut und damit unwirksam gemacht werden.
  

Das Schadenspotential des Alkohols:

Dass chronischer Alkoholmissbrauch die Leber schädigt, ist weithin bekannt. Tatsächlich ist er der bedeutsamste alleinverantwortliche Grund für Lebererkrankungen, diese wiederum gehören zu den wichtigsten Todesursachen bei Alkoholab- hängigen. Das Risiko für einen schweren Leberschaden steigt bei Männern mit einem Konsum von 50 bis 80 Gramm reinen Alkohols bzw. von 4 bis 7 Standarddrinks (SD) täglich über einen Zeitraum von 15 Jahren deutlich an. Bei Frauen ist die Gefahr einiges größer als bei Männern, ihre Leber durch übermäßigen Alkoholkonsum zu schädigen.
Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) sind die häufigsten alkoholbedingten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Weltweit werden wahrscheinlich mehr Menschen wegen einer alkoholbedingten Erkrankung der Bauchspeicheldrüse notfallmäßig hospitalisiert als wegen eines alkoholbedingten Leberschadens. Etwa 70 Prozent der Menschen mit chronischen Entzündungen der Bauchspeicheldrüse trinken viel Alkohol. Im Gegensatz zu Lebererkrankungen scheint es keinen Schwellenwert für eine relativ risikoarme Alkoholkonsummenge hinsichtlich der Entstehung einer Pankreatitis zu geben. 
Patientinnen und Patienten mit Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren zählen in der Regel zwar zu den stärkeren Alkoholkonsumierenden; werden jedoch auch andere Risikofaktoren wie Stress und insbesondere Rauchen mitberücksichtigt, so zeigt sich, dass Alkohol kein alleiniger, sondern eher ein zusätzlicher Risikofaktor für das Entstehen von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren ist.
Etwa die Hälfte aller regelmäßig stark Alkoholkonsumierenden leidet unter Libidoverlust (vermindertes sexuelles Verlangen). Zudem können Schäden an den Geschlechtsdrüsen, Unfruchtbarkeit und auch abnorme Brustvergrößerungen auf den chronischen Alkoholmissbrauch zurückgeführt werden. Etwa zehn Prozent der übermäßig Alkohol konsumierenden Männer leiden unter Impotenz, die bei rund der Hälfte auch nach längerer Alkoholabstinenz bestehen bleibt. Ein Großteil dieser Folgen tritt allerdings meist nur bei Extremkonsumierenden (150 bis 200 Gramm Alkohol bzw. 13 bis 17 SD täglich während mindestens zehn Jahren) auf. Bei Frauen können schon bei geringeren täglichen Dosen (ab 60 Gramm bzw. 5 SD täglich) Störungen der Ovulation (Eisprung) sowie der Menstruation auftreten.
Eine große Anzahl von Studien belegt, dass Alkoholmissbrauch die Aktivitäten von Zellen des Immunsystems unterdrückt. Dies erklärt, warum Alkoholabhängige beson- ders anfällig für Infektionskrankheiten (z.B. Tuberkulose, Erkältungen) sind. Die Wirkung des Alkohols auf das Immunsystem ist ein höchst komplexer Prozess, der bis heute nicht völlig geklärt ist. 
Das Risiko eines zu hohen Blutdruckes steigt bei Menschen, die täglich zwischen 30 und 40 Gramm reinen Alkohols (3 SD) konsumieren, um 50 Prozent; es verdoppelt sich bei einem täglichen Konsum von 60 bis 70 Gramm reinen Alkohols (5 bis 6 SD). Ob sich hingegen der tägliche Konsum von weniger als zehn Gramm reinen Alkohols positiv auf den Blutdruck auswirkt, läßt sich heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen.
Die Myokardiopathie umschreibt eine ganze Gruppe verschiedener Erkrankungen des Herzmuskels. Alkoholkonsum œ wie auch Drogenkonsum œ können den Herzmuskel schwächen. Alkoholbedingte Herzmuskelschäden treten allgemein nur bei hohem chronischem Konsum auf. Bestimmte Herzrhythmusstörungen œ insbesondere beschleunigter Herzschlag (Herzjagen) und Vorhofflimmern und -flattern œ können sowohl bei akuter Alkoholvergiftung als auch bei langer Konsumdauer beobachtet werden. Sie treten bei stark Alkoholkonsumierenden (mehr als 60 Gramm reinen Alkohols bzw. 5 SD täglich) etwa doppelt so häufig auf, wie bei moderat Alkoholkonsumieren- den (etwa zehn Gramm reinen Alkohols täglich). Es ist zu vermuten, dass der hohe Anteil unerwarteter Todesfälle bei Alkoholabhängigen teilweise auf Herzrhythmusstörungen zurückzuführen ist. 
Schlaganfälle sind eine der Hauptursachen für Todesfälle und Invalidität. Sie können durch eine Blockierung der Blutzufuhr zum Gehirn (ischämisch) oder durch Blutungen aufgrund von durchlässigen Gefäßwänden (hämorrhagisch) hervorgerufen werden. Der Einfluss des Alkoholkonsums auf Schlaganfälle ist noch nicht endgültig geklärt. Sicher ist jedoch, dass die Wirkungsbeziehung für die beiden Schlaganfalltypen unterschiedlich ist.

Die größte Zustimmung findet heute folgende Auffassung:

Das Risiko, einen hämorrhagischen Schlagan- fall zu erleiden, steigt mit zunehmendem Alkoholkonsum stetig an.
Das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall sinkt bei mäßigem Alkoholkonsum (max. 1 SD täglich), nimmt dann aber bei starkem Alkoholkonsum deutlich zu.
 

Obwohl Trinkalkohol aufgrund von Labortests nicht als krebserregende Substanz eingestuft werden kann, ist Alkohol ein Ko-Karzinogen, d.h. er verstärkt die krebserregende Wirkung anderer Stoffe. Für alle Krebsarten, deren Entwicklung eindeutig durch den Alkoholkonsum beeinflusst wird, steigt das Risiko einer Erkrankung mit zunehmen- der Konsummenge an. Dies gilt für Männer und Frauen, mit Ausnahme der Krebsarten der Mundhöhle, bei denen Frauen einem geringeren Risiko ausgesetzt sind, sowie für Brustkrebs, der bei Männern äußerst selten auftritt.
Alkoholkonsum erhöht das Risiko, an Krebs im Mund- und Rachenraum, am Kehlkopf und in der Speiseröhre zu erkranken, und zwar vor allem bei Personen, die rauchen. Alkohol- und Tabakkonsum multiplizieren sich in ihrer Wirkung auf diese Krebsarten: Das Krebsrisiko steigt daher mit zunehmender Menge konsumierten Alkohols und Tabaks deutlich an.
Alkohol ist Genuss- und Suchtmittel zugleich. Es ist schwierig, einfache Regeln für einen gesundheitsbewussten Umgang mit alkoholischen Getränken aufzustellen, denn jeder Mensch reagiert auf Alkohol unterschiedlich. Zudem hängen die Wirkung und die Folgen des Konsums von situativen Gegebenheiten (z.B. Schwangerschaft, Krankheit) sowie von den gerade auszuführen- den Tätigkeiten ab (Fahrzeug lenken, sportliche Betätigung, konzentriertes Arbeiten).
Alkohol ist nicht nur Genussmittel und alltägliches Konsumgut vieler Menschen, Alkohol ist auch Rauschmittel und Ursache vieler gesundheitlicher und sozialer Probleme. Starker Alkoholkonsum wirkt schädigend auf fast alle menschlichen Organe. Allerdings spielen bei vielen Erkrankungen zusätzliche Faktoren eine œ zum Teil bedeutsame œ Rolle: z.B. das Vorliegen einer anderen Krankheit, die genetische Veranlagung oder auch eine mangelhafte Ernährung. Trinkt jemand über einen langen Zeitraum Alkohol in großen Mengen, kann dies zudem zu einer Vielzahl von sozialen Folgen führen, die sich indirekt auf die psychische und physische Gesundheit auswirken, z.B. Arbeitsplatzverlust, Scheidung, sozialer Abstieg und damit geringeres verfügbares Einkommen.
Obwohl unbestritten ist, dass Alkoholmissbrauch häufig Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und der Magenschleimhaut hervorruft, kann eine Beziehung zwischen Alkoholkonsum und einer Krebserkrankung der entsprechenden Organe kaum belegt werden. Etwas stärkere Hinweise für einen Zusammenhang gibt es bei bösartigen Neubildungen im Übergang zwischen Speiseröhre und Magen einschließlich des Mageneinganges. Eine Vielzahl von Studien hat zudem bei stark Alkoholkonsumierenden eine relativ schwache Risikoerhöhung von 10 bis 20 Prozent für eine Erkrankung an Krebs im Mast- und Grimmdarm festgestellt.
Brustkrebs ist weltweit eine der häufigsten Erkrankungen mit Todesfolge bei Frauen. Der genaue Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Brustkrebs ist nicht zweifelsfrei belegt. Nicht geklärt ist vor allem die Frage, ob eine direkte Ursache-Wirkungsbeziehung besteht oder ob weitere Risikofaktoren hier zusätzlich Einfluss nehmen. So spricht eine Reihe von Studien bei Brust- krebs von einer Risikoerhöhung durch das Zusammentreffen von Alkoholkonsum mit anderen Risikofaktoren. Forscher haben eine Reihe solch dritter Einflussgrößen beschrieben, z.B. der Zeit- punkt der Menarche oder die bei stark Alkohol- konsumierenden häufig ungenügende Versorgung des Körpers mit Kohlehydraten. Ein einfaches Ursache-Wirkungsverhältnis ist bei Alkohol und Brustkrebs somit kaum anzunehmen. Da jedoch Alkoholkonsum auch bei österreichischen Frauen verbreitet und Brustkrebs zudem eine häufige Krankheit ist, ist bereits ein geringer Alkohol-Brustkrebs-Zusammenhang ein wichtiges Thema der öffentlichen Gesundheitsdebatte. Über die Art und Weise, wie der Alkohol das Entstehen von Brustkrebs beeinflusst, gibt es Laborhinweise. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass Brustkrebs durch Alkoholkonsum beschleunigt wird und dieser zu erhöhtem Zellwachstum der Brustdrüsen führt. Einer der wichtigsten Entstehungsmechanismen scheint die Erhöhung des Östrogenspiegels bei Alkohol konsumierenden Frauen zu sein, insbesondere zur Zeit des Eisprungs. Ein erhöhter Östrogenspiegel gilt als eine der Hauptursachen für Brustkrebs.
Alkohol hat eine ausgeprägte Wirkung auf das Gehirn (Teil des zentralen Nervensystems). Er verändert die Eigenschaften von Zellen und Zellmembranen und beinflusst die chemischen Prozesse, welche für die Informationsverabeitung verantwortlich sind. Akute Folgen der psychoaktiven Wirkung des Alkohols sind vor allem Stimmungsänderungen, beeinträchtigte Wahrnehmung sowie erschwerte Bewegungsabläufe. Diese Merkmale treten schon ab einer relativ geringen Blutalkoholkonzentration auf.

 

Alkoholkonsum kostet:

Übermäßiger Alkoholkonsum verursacht in der Schweiz Kosten und Verluste in der Höhe von schätzungsweise 6,5 Milliarden Franken pro Jahr.

 
 

Todesursache Alkohol:

Die Verbreitung und die Folgen der Alkoholkrankheit werden meist unterschätzt. Nach Schätzungen der Betriebskrankenkassen gibt es 2,5 Millionen alkoholabhängige Menschen in Deutschland, darunter 30 % Frauen. Man geht von ca. 12 Millionen Deutschen aus, die alkoholkrank sind.
Das Statistische Bundesamt zählte 16 000 Tote durch Alkoholkonsum im Jahr 2000. Dabei trat der Tod in 9 550 Fällen durch Leberzirrhose ein.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die Staatsekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk spricht für 2003 von 40 000 Todesfällen als Folge von Alkoholkonsums in Deutschland. In der Schweiz gibt es rund 300'000 Alkoholabhängige und jährlich 3000 Alkoholtote.

 

Positive gesundheitliche Wirkungen:

Aus einer Vielzahl epidemiologischer Untersuchungen geht hervor, dass ein mäßiger Konsum bestimmter alkoholhaltiger Getränke - insbesondere Rotwein - über längere Zeiträume vor koronarer Herzerkrankung schützen soll. Außerdem wurde bei bis zu 20-40 g Alkohol bei Männern und bei bis zu 10-20 g bei Frauen eine höhere Lebenserwartung festgestellt. Dies entspricht 1/4 Rotwein oder 1/2 Maß Bier. Die höhere Lebenserwartung ist allerdings nur ein statistischer Effekt, da unter den Antialkoholikern auch Personen sind, die gerade wegen einer Krankheit und damit verbundener niedriger Lebenserwartung keinen Alkohol trinken. Über diesen Mengen kehrt sich die positive Wirkung eindeutig um. Ursächlich für diese Wirkungen ist allerdings nicht der Alkohol selbst, sondern Begleitstoffe, die im Wein und Bier zu finden sind und durch den Alkohol, der ein gutes Lösungsmittel ist, verfügbar gemacht werden (Lösungsmitteltheorie). Daher besitzen Schnäpse und die meisten Liköre auch keine vergleichbaren Wirkungen. Nach einer anderen Theorie wirkt (wenig) Alkohol entzündungshemmend, der Gehalt Reaktiver Proteine sinkt.

 

Gesetzliche Beschränkungen:

In einigen vorzugsweise islamischen Ländern ist Alkohol als Droge gesetzlich streng verboten. In Deutschland dürfen alkoholische Getränke nur an Personen ab dem vollendeten 16. Lebensjahr abgegeben werden. Getränke, die Branntwein enthalten, sogar erst ab 18. Für den Straßenverkehr gilt seit 2001 eine Promillegrenze von 0,5 Promille. In Österreich darf man grundsätzlich - ähnlich wie in Deutschland - "leichte" alkoholische Getränke ab 16 konsumieren, gebrannte Getränke ab 18. Eine Ausnahme sind Wien, Niederösterreich und das Burgenland, wo man alles (auch hochprozentiges) ab 16 konsumieren darf. Trinkt ein Mann (75 kg) innerhalb einer Stunde 1 Liter Bier, erreicht er etwa 0,5 Promille, trinkt er aber 1 Liter der handelsüblichen Weine, erlangt er 2 Promille! Wichtig ist, die Größe des Weinglases zu beachten (oft 0,3 Liter).

 

Kulturgeschichte des Alkohols:

Der Alkohol ist eines der ältesten und beliebtesten Genuss- und Rauschmittel überhaupt. Die Verwendung alkoholischer Getränke beginnt bereits in der Mittelsteinzeit zwischen 10'000 und 5'000 v.Chr. und fällt mit dem zweiten wirtschaftlich-kulturellen Typus der Menschheitsentwicklung zusammen, der Zeit der Bodenbauer und Viehzüchter. Charakteristisch für diese Zeit war die Nahrungsherstellung mit gleichzeitig beginnender Vorratshaltung. Hier finden sich auch die ersten Hinweise auf die Herstellung und den Gebrauch von alkoholischen Getränken: Die Tibeter als Bodenbauer der Gebirgszonen brauten aus Gerste Bier, die Kelten als Bodenbauer der gemässigten Waldzonen vergoren Honigwasser zu Met und die Skythen als Viehzüchter-Nomaden der Steppen und Halbwüsten kannten vergorene Stutenmilch. Die Datierung der Herstellung und des Konsums von Alkohol wird erst mit dem dritten Typus der kultutrellen Entwicklung, dem Ackerbau, möglich. So ist aus dem 4. Jahrtausend v.Chr. das „monument bleu" von den Sumerern als bildliches Dokument erhalten geblieben. Dieses Bilddokument zeigt die Göttin Nina bei der Zubereitung von Opferbier. Ähnliche Belege finden sich dann aus dem 3. Jahrtausend v.Chr. bei den Ägyptern, welche die Wein- und Bierherstellung darstellen.In Ostasien wurden schon früh Weine aus Litschi und Pflaumen hergestellt sowie der Sake, ein warm genossener Reiswein.

 

Wer andere Gene hat reagiert anders auf Alkohol:

Seit langem ist bekannt, dass die ursprünglich aus Ostasien stammenden Einwohner Amerikas ("Indianer" und Inuit) auf Alkohol erheblich empfindlicher reagieren als Europäer. Dies wurde beim Vordringen der Europäer auf dem amerikanischen Kontinent gezielt ausgenutzt, indem Schnaps als "Feuerwasser" an die einheimischen Stämme verteilt wurde. Auch Ostasiaten zeigen - teilweise in geringerem Umfang - eine geringere Alkoholverträglichkeit als Europäer.
Ursache ist ein deutlich langsamerer Abbau des Blutalkohols bei den meisten Nichteuropäern. Während die meisten Europäer 3-4 Bier trinken können, ohne gleich betrunken zu werden, führen bei den vielen Nichteuropäern, speziell bei Menschen mit ostasiatischer Abstammung, bereits 1-2 Bier zu Trunkenheitszuständen. Die Ursache dafür liegt in einem schnelleren Abbau des Blutalkohols bei Europäern. Während sie noch trinken, beginnt bereits eine biochemische Reaktion, bei der durch das Enzym Alkoholdehydrogenase der Alkohol abgebaut wird. Das dabei als Zwischenprodukt gebildete Ethanal, ein Aldehyd, führt in größerer Konzentration zum so genannten Kater.
Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass die genetischen Allele für das Enzym Alkoholdehydrogenase bei Europäern anders als bei Menschen anderer Herkunft verbreitet sind. Diese Allele unterscheiden sich in einigen Basen voneinander und führen zu leicht unterschiedlichen Varianten der Alkoholdehydrogenase (sog. Isoenzymen). Dabei kann Reinerbigkeit (Homozygotie) oder Mischerbigkeit (Heterozygotie) bezüglich der Allele vorliegen. Untersuchungen an asiatischstämmigen Amerikanern zeigten, dass homozygote Menschen mit dem Allel ALDH2*2 eine erheblich niedrigere Abbaurate für Blutalkohol hatten. Mischerbige Menschen wiesen die gleiche Abbaurate wie reinerbige Menschen mit dem Genotyp ALDH2*1 auf, bauten aber das Zwischenprodukt Ethanal (den "Katerstoff") langsamer ab.
Die erhöhte Fähigkeit der Europäer zum Alkoholabbau beruht auf einem besonderen Selektionsdruck insbesondere im Altertum und Mittelalter. Während asiatische Völker bereits früh abgekochtes und damit keimarmes Wasser in Form von Tee zu sich nahmen, gab es im europäischen Kulturkreis zahlreiche Seuchen z.B. durch bakterienverseuchtes Trinkwasser, insbesondere im Zuge des Bevölkerungswachstums der Städte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Unter den wenig hygienischen Zuständen in Europa war daher der Genuss von alkoholhaltigen Getränken aufgrund der desinfizierenden Wirkung tatsächlich gesünder. Menschen mit erhöhter Fähigkeit zum Alkoholabbau überlebten auch die zahlreichen Seuchen eher als Menschen ohne diese Fähigkeit. Einfach gesagt: Wer saufen konnte wie ein Loch, überlebte eher und hatte mehr Chancen auf Nachkommen. Und die Nachkommen hatten dann vielfach auch die Fähigkeit zum schnelleren Alkoholabbau geerbt. Eine weitere Rolle für die weite Verbreitung des Allels für die besonders rasch abbauenden Isoenzme in Europa dürfte die Seefahrt gewesen sein, bei der Wein und später Rum (Pflichtration z.B. in der britischen Marine) zur Grundversorgung der Seeleute gehörte. Dementsprechend findet man in den Küstenregionen der Seefahrtsnationen das Allel besonders häufig.
 


Quellen:

Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme.
Freie Enzyklopädie http://de.wikipedia.org/
Thomas Hengartner, Christoph Maria Merki. Genussmittel - Ein kulturgeschichtliches Handbuch, Campus-Verlag, Frankfurt/Main, New York, 1999.
Diverse Selbsterfahrungen von Mitwirkenden der
www.streetwork.ch  / www.streetwork-verlag.ch
Diverse weitere Forschungs- und Selbsterfahrungsberichte welche als Referenz und Vergleich herangezogen wurden.

Zusammengestellt, überarbeitet und editiert von B. Gubler Basel am 7.8.2004



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Heroin

Heroin (Diacetylmorphin) wurde 1874 vom Briten C.R.A. Wright erstmalig synthetisiert und ab 1898 von der Firma Bayer ursprünglich als Schmerz- und Hustenmittel vermarktet. Bayer liess sich den Namen "Heroin" rechtlich sichern und verkaufte das Produkt unter anderem  unter dem Namen "Heroin hydrochlorid". Nach seiner weltweiten Kriminalisierung wird es heute fast ausschließlich als illegale Droge eingesetzt.

Verschreibungsfähiges Medikament ist es dagegen in Großbritannien, wo Diacetylmorphin gegen Schmerzen vom Arzt auch heute noch verschrieben werden kann, was in Deutschland nur bis 1958 der Fall war. In der Schweiz und in anderen Ländern kann seit geraumer Zeit unter bestimmten Rahmenbedingungen Heroin auch an (Schwerst-) Drogenabhängige verschrieben werden.

Es entsteht durch eine chemische Reaktion von Morphin mit Essigsäureanhydrid (Acetanhydrid) oder Essigsäurechlorid. Nach der Nomenklatur ist Heroin Diacetylmorphin (C21H23NO5) und gehört zur Gruppe der Opioide, ist aber kein Opiat, da es nicht natürlicherweise im Naturprodukt und Rohstoff Opium vorkommt.

Wie das Hustenmittel Codein wird Heroin im Körper, hauptsächlich durch die Leber, zu Morphin metabolisiert (umgebaut) und wirkt als solches. Erwünscht ist also wie beim Codein die Morphinwirkung. Codein ist wesentlich schwächer, weil nur ein kleiner Teil des Codeins in Morphin umgewandelt wird und dies langsam geschieht. Diacetylmorphin (Heroin) dagegen ist eine besonders schnelle und effektive "Transportform" für das Morphin, welches die Opioidrezeptoren im menschlichen Hirn auf diese Weise schneller und leichter erreichen kann. Erwähnenswert ist, das der Mensch ein körpereigenes "Morphin" produzieren kann und auch aus diesem Grunde im Besitz der dafür notwendigen Empfangsrezeptoren im Gehirn ist. Hätten wir weder ein körpereigenes "Morphin" noch die dafür notwendigen Empfangsrezeptoren, so hätte wohl Morphin sowie dessen Derivate wie Heroin keine nennenswerte Wirkung auf uns.

1874 als das Heroin entdeckt wurde, hoffte man damit eine Möglichkeit gefunden zu haben, die zahlreichen Morphinisten damit vom Morphium entziehen zu können. Unter anderem um damit die Entzugssymptome zu lindern. Doch der Schein trügte und aus den Morphinisten wurden nun Heroinabhängige. Erst 1904, also 10 Jahre später kam die damalige Wissenschaft zu der Einsicht, dass Heroin noch potenter Abhängig machen kann als Morphin.

Heroin wirkt euphorisierend, schmerzlindernd und schlaffördernd, wirkt je nach Darreichungsform mit einer Halbwertszeit von vier bis sechs Stunden und ist (sofern sauber und nicht mit anderen Substanzen vermischt) für die inneren Organe nicht toxisch. Weitere Wirkungen auf den Körper sind die brechreizende, die atemdepressive und die verstopfende Wirkung. Bei einer Überdosierung gefährlich ist die Atemdepression, die unbehandelt zum Tode führen kann. Um die Wirkung im Falle einer Überdosierung aufzuheben, werden so genannte Opiatantagonisten (z.B. das Medikament Naloxon) eingesetzt. Zur Linderung der Entzugserscheinungen bei Heroinentzug unter klinischer Aufsicht oder in der Substitution (Therapie mit kontrolliert abgegebenen Ersatzdrogen) wird z.B. das synthetisch hergestellte Opioid Methadon eingesetzt, welches aber ebenfalls abhängig macht.

Einige ehemalige Drogenkonsument/innen finden den Entzug von Methadon wesentlich unangenehmer als den Entzug von Heroin. Im Gegensatz zu Heroin hat Methadon nur eine schwache euphorisierende Wirkung.

Der Besitz, die Herstellung und der Handel mit Heroin (ohne eine entspr. Erlaubnis der jeweiligen Behörden) ist Weltweit durch entsprechende Gesetze unter Strafe gestellt.
In einigen Ländern kann durch Bestechung der jeweiligen Behörden erreicht werden, dass diese die  Produktion von Heroin toleriert oder zumindest wegsieht. 

 
Geschichte des Heroins:

23 Jahre nach seiner erstmaligen Synthese durch C.R.A. Wright (1874) wurde Heroin am 21. August 1897 von Felix Hoffmann in den Bayer-Labors erneut synthetisiert. 1898 erfolgten pharmakologische (Pharmakologie = Arzneimittellehre) Versuche zur Wirksamkeit des Heroins am Menschen. Die Wortmarke "Heroin" wurde am 16. Mai 1898 beim kaiserlichen Patentamt in Deutschland eingereicht. Weitere Registrierungen in anderen Ländern folgten.

1898 begann die kommerzielle Produktion in großem Stil durch die Firma Bayer. Heroin wurde als oral einzunehmendes Hustenmittel vermarktet und wurde von der Ärzteschaft sowie von den Patienten überaus positiv aufgenommen. Es wurde in dutzenden von Ländern verkauft und Probepackungen wurden an Ärzte verteilt. 1931 stellte Bayer die Produktion wieder ein und entfernte das Produkt aus ihrer Produktpallette. Stattdessen konzentrierte sich die Firma auf ihre zweite bahnbrechende Entdeckung, das Aspirin.
 

Konsumformen:

Bekannteste Konsumform für Heroin ist die intravenöse Injektion, nachdem es vorher, meist auf einem Löffel, zusammen mit Wasser und Zitronensäure oder Vitamin C erhitzt wurde, um es aufzulösen. (drücken, junken, einen Knall machen...) Wie auch andere pulverförmige Drogen wird das Heroin oft auch geschnupft. Eine andere Konsumform ist das Inhalieren von Rauch, hierbei wird die Droge auf einer Aluminiumfolie  erhitzt und der dabei entstehende Rauch inhaliert. 
In den Ländern welche eine eher fortschrittliche Drogenpolitik pflegen wurden so genannte Drogenkonsumräume (Fixerstuben) eingerichtet, in denen Abhängige unter medizinischer Aufsicht Heroin konsumieren können. Hiermit soll vor allem die Zahl der Drogentoten gesenkt werden. Es werden saubere Spritzen ausgegeben, um die Verbreitung von Krankheiten wie Hepatitis B, C und Hiv einzudämmen.

 
Gefahren:

Neben dem hohen Suchtpotenzial besteht beim Konsum, insbesondere bei Überdosierung, die Gefahr des Atemstillstandes. Wenn Heroin mit anderen Drogen wie Alkohol, Beruhigungs- oder Aufputschmitteln zusammen konsumiert wird, kann eine Verstärkung der Wirkung ebenfalls als Folge einen Atemstillstand nach sich ziehen. Das kombinieren von Drogen, z.B. Heroin mit Kokain (Cocktail) kann je nach Kombination zu verheerenden Intoxikationen führen, denen auch ein gut ausgerüstetes Reanimationsteam nicht gewachsen ist. Wer solche Intoxikationen (Vergiftungen durch Kombination verschiedener Drogen oder massiver Überdosierung) überlebt, hat meistens bleibende Organschäden davonzutragen. (Nierenschäden, Leberschäden)

Die in den meisten Staaten illegale Substanz Heroin, wird häufig von den Händlern mit anderen Substanzen vermischt, um den Gewinn zu steigern. Nach Untersuchungen des BKA Deutschland fanden sich im Jahre 2003 in 3858 Proben Coffein 99,4 %, Paracetamol (Schmerzmittel)  94 % und Griseofulvin (Pilzbekämpfungsmittel) 4,6 %. Von den Zusätzen waren Milchzucker 3,6 %, Mannit (Zuckerersatz aus Seegras) 2,3 % und Saccharose (Haushaltszucker) 1,3 % am häufigsten enthalten.

Durch den Tausch von gebrauchten Spritzen mit anderen Süchtigen besteht die Gefahr, sich mit Krankheiten wie Hepatitis und HIV zu infizieren.

Häufige Todesursache ist Atemstillstand durch Überdosierung (laut BMGS Deutschland 85 Prozent der Todesfälle durch unbeabsichtigte, 12 Prozent durch beabsichtigte Überdosierung, also Suizid). Heroin taucht auf dem illegalen Markt in Konzentrationen von etwa 5 bis 20 % Base auf. Dosisschwankungen stellen eine besondere Gefahr dar. Auch kommt es häufig zu Todesfällen, wenn nach längerer Abstinenz nach einem Entzug die gleiche Dosis gespritzt wird, die vor dem Entzug konsumiert wurde.

Auch sehr gefährlich ist der Konsum zusammen mit anderen Drogen, wie Barbituraten und Alkohol. Alkohol kehrt die Wirkung vieler beruhigender Medikamente oft ins Gegenteil um. Wird nach kombiniertem Konsum dieser Substanzen Heroin konsumiert, so hat das oft tödliche Folgen. Viele vermeintliche Herointote sterben wegen der Wechselwirkungen mehrerer Substanzen. In der Schweiz sind viele Todesfälle durch die Kombination von Heroin mit dem Schlafmittel Rohypnol zu verzeichnen.

  
Quellen:

Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme.
Freie Enzyklopädie http://de.wikipedia.org/
Diverse Selbsterfahrungen von Mitwirkenden der www.streetwork.ch
Diverse weitere Forschungs- und Selbsterfahrungsberichte welche als Referenz und Vergleich herangezogen wurden.
Diverse Berichte von medizinischen Fachpersonen welche hier nicht genannt werden möchten.

Michael de Ridder: Heroin. Vom Arzneimittel zur Droge. Frankfurt/Main, New York: Campus, 2000.
Herbert Elias: Der Heroinrausch. Fünfunddreißig Interviews zur Pharmakopsychologie von Diacetylmorphin. 2001.
Lutz Klein: Heroinsucht, Ursachenforschung und Therapie. Biografische Interviews mit Heroinabhängigen.
Andre Seidenberg, Ueli Honegger: Methadon, Heroin und andere Opioide. Medizinisches Manual für die ambulante opioidgestützte Behandlung. 1998.
Hans-Georg Behr: Weltmacht Droge. Das Geschäft mit der Sucht. Pabel/Moewig, Rastatt 1985.
Thomas Geschwinde: Rauschdrogen, Springer-Verlag 1996

Zusammengestellt, überarbeitet und editiert von B. Gubler Basel am 21.10.2004

 
 
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Ecstasy

Umgangssprache: Xstasy, Ecstasy, Exstasy, Xtc, u.s.w.)

Chemische Kurzbezeichnung: MDMA
Chemische Zusammensetzung: 3,4-Methylendioxy-N-Methamphetamin
Gruppenzugehörigkeit: Psychodysleptica
Wirkungseintritt: Nach ca. 20 bis 60 Minuten
Wirkungsdauer: Etwa 4 bis 10 Stunden, abhängig von Dosierung und Reinheit des Wirkstoffes.
Dosierung: 80 bis 160 mg


Geschichte des MDMA:

MDMA wurde am 24. Dezember 1914 durch das deutsche Pharmaunternehmen Merck patentiert. Die erste erfolgreiche Synthese erfolgte bereits 1912. Zu dieser Zeit wurden bei Merck kontinuierlich Substanzen synthetisiert und patentiert, die potenzielle Nutzung in der Humanmedizin versprachen. MDMA war ursprünglich als Appetitzügler geplant, kam aber nie zur kommerziellen Nutzung.

MDMA wurde in den 1960ern durch Dr. Alexander Shulgin in das öffentliche Interesse gerückt, indem er es als Hilfsmittel in der Psychotherapie empfahl aufgrund seiner empathogenen und entaktogenen Wirkung. Er nannte MDMA window, da es ein Fenster in die Psyche öffnet. MDMA war in den folgenden Jahren in der Psychotherapie weit verbreitet, bis es im Juli 1985 durch die DEA verboten wurde. Eine kleine Anzahl von Psychologen nutzt es weiterhin zu therapeutischen Zwecken, da es 2001 durch die DEA zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung freigegeben wurde.

Bis in die späten 1980er war MDMA nicht illegal. Als Entspannungsdroge wurde es als erstes in einigen trendigen Yuppiebars in Dallas beobachtet, kam dann in die schwule Tanzszene und schließlich in die Raveclubs. Mit der wachsenden Popularität der Ravekultur in den 1990ern hielt MDMA einen weiten Einzug in alle Bereiche der Gesellschaft. Heutzutage ist es neben Marijuana, Kokain und Heroin eine der Top-4-Drogen. Keine Droge hat sich je so schnell so weit verbreitet.

MDMA ist unter dem Namen Ecstasy weit besser bekannt, wenngleich Ecstasytabletten (die häufigste Darreichungsform) heute kaum noch reines MDMA enthalten. Viele der durch Behörden untersuchten Ecstasytabletten enthielten neben Mdma noch Speed, Heroin, Kokain, Tranqulizer und andere Substanzen.

Viele wissen gar nicht dass Muskatnuss denselben oder ähnlichen Wirkstoff enthält. Muskatnuss heißt eigentlich auf deutsch übersetzt Traumnuss. Nur frische Muskatnuss soll den MDMA Effekt bewirken. Dies liegt daran dass der Wirkstoff, wenn er mit Sauerstoff in Berührung kommt sehr schnell oxidieren kann. Bereits geringe Mengen von frisch gemahlener Muskatnuss können zum Tod führen. Urvölker wie z.B. die Inkas sollen Muskatnuss als Droge bei ihren rituellen Zeremonien verwendet haben.

 


Gefahren durch den Konsum von Exstasy
 

Amphetaminwirkung entaktogene Wirkung halluzinogene Wirkung
Kein natürliches "Alarmsystem" des Körpers

Serotoninvorrat wird "verbraucht"

LSD-ähnlich

Überhitzung des Körpers
Austrocknung des Körpers
Kreislaufversagen
Schlaganfall
Lähmungserscheinungen
Leberversagen
Nierenversagen

Kein natürliches Wohl- und Glücksgefühl mehr möglich.
Dauerhafte Depressionen und Psychosen
Psychische Abhängigkeit
Schäden am zentralen Nervensystem.
(Durch Tierversuche belegt)

Psychosen
Schlafstörungen
Kopfschmerzen
Übelkeit
Horrortrips
Panikgefühle
Verfolgungsgefühle

Zusätzliche Gefahr durch Kombinationen mit anderen Drogen, die die Wirkung noch unberechenbarer machen.

 


Wirkungen von Exstasy
 

Amphetaminwirkung entaktogene Wirkung halluzinogene Wirkung
Adrenalinähnlich Vermehrte Ausschüttung des körpereigenen Botenstoffes "Serotonin" LSD-ähnlich

Zentralstimulierend
Leistungssteigernd
Enthemmend
Beseitigung des Hunger- und Durstgefühls

Glücksgefühl
Erhöhte Kommunikations- und Kontaktfreudigkeit
Verstärkte Gefühle der Zuneigung und Nähe
Herzöffnerdroge

Verzerrungen der Wahrnehmung
klassische Halluzinationen



Differenzierte Wirkungsbeschreibung:

MDMA greift, wie die meisten psychoaktiven Drogen, in den Serotoninhaushalt des Gehirns ein. Serotonin ist nebst anderen Substanzen und Funktionen auch für gute Stimmung und Vergnügen zuständig. Die Ausschüttung von Serotonin wird verstärkt, die Wiederaufnahme blockiert. Somit sammeln sich unüblich hohe Mengen an Serotonin während der Wirkdauer im Gehirn an. Zudem hebt MDMA die Dopamin- und Norephedrin-Level an. Diese Effekte beruhen vor allem auf der Wirkung von MDMA auf die Monoamintransporter, Serotonintransporter, Dopamintransporter und Norephedrintransporter.

MDMA hat neben seiner psychoaktiven Wirkung auch weitere Wirkungen wie: Pupillenerweiterung, verstärkte Licht- und Farbwahrnehmung, Visuals, Nystagmus, Zähneknirschen, generelle Unruhe, Schlaflosigkeit, Anorexie und Abschwächung des Geschmackssinns, erektile Dysfunktionen, Kitzeln unter der Haut und Störungen im Konzentrationsvermögen. Die meisten Wirkungen bestehen nur unter Einfluss von MDMA.

Die meisten Benutzer erfahren nach dem Trip ein so genanntes Come-Down, das mehrere Tage anhalten kann. Dies ist vor allem auf generelle Erschöpfung und die Entleerung der Serotoninlager im Gehirn zurückzuführen. Die Symptome sind Depression, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und seltener leichte Übelkeit.

 


Quellen:

Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme.
Freie Enzyklopädie http://de.wikipedia.org/
Diverse Selbsterfahrungen von Mitwirkenden der www.streetwork.ch
Diverse weitere Forschungs- und Selbsterfahrungsberichte welche als Referenz und Vergleich herangezogen wurden.
Diverse Berichte von medizinischen Fachpersonen welche hier nicht genannt werden möchten.

Publiziert von Beatus Gubler Basel / Mail: domain@streetwork.ch

 

 


 


 

 

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