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Persönliche
Rechte, Macht, Erwartungen und Selbstverantwortung.
Überarbeitet
am 29.10.2008
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Meine
persönlichen Rechte
Etwas
über Macht
Die
Erwartungen anderer
Die
Selbstverantwortung Überarbeitet am 8.11.2008
Meine
persönlichen Rechte
Ich habe das
Recht, mein Verhalten, meine Gedanken und Gefühle selbst zu beurteilen und die
Verantwortung für ihre Entstehung und ihre Folgen zu übernehmen.
Ich habe das
Recht, Grenzen zu setzen und nein zu sagen.
Ich habe das
Recht, zu bestimmen, wo meine individuellen Grenzen sind.
Ich habe das
Recht, keine Gründe oder Entschuldigungen zur Rechtfertigung meines Verhaltens
vorzubringen.
Ich habe das
Recht meine Meinung zu ändern.
Ich habe das
Recht, Fehler zu begehen und die Verantwortung dafür zu übernehmen.
Ich habe das
Recht zu sagen: Ich weiß es nicht.
Ich habe das
Recht zu sagen: Das verstehe ich nicht.
Ich habe das
Recht zu sagen: Darüber möchte ich nicht sprechen.
Ich habe das
Recht, unlogische Entscheidungen zu treffen.
Ich habe das
Recht, vom guten Willen anderer unabhängig zu sein.
Ich habe das
Recht, die Verantwortung für die Gefühle und Gedanken anderer Menschen
abzulehnen.
Ich habe das
Recht, Werturteile einzubringen, wenn ich für die Lösung der Probleme anderer
verantwortlich bin.
Ich habe das
Recht zu sagen, es macht mir nichts aus dass ich nicht vollkommen bin.
Ich habe
das Recht zu sagen, dass das für mich wahr ist was gute Resultate bringt und
funktioniert.
Nicht jedermann muss mich gerne haben und umgekehrt: Ich muss nicht jedermann
lieben. Ich kann auch sonst mit den Menschen umgehen.
All diese
Rechte haben die Anderen auch. Also habe ich das Recht, selber zu bestimmen, ob
ich Lösungen für die Anderen suchen will, ich muss aber nicht.
Jeder ist verantwortlich für das eigene Leben. Ich gebe darum nicht anderen
Menschen die Schuld für das, was Ich falsch mache, und ich nehme Anschuldigen
für das Versagen anderer nicht an.
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Etwas
über Macht
Viele Menschen
erleben sich als "machtlos"
Besonders in
Konfliktsituationen überwiegt oft das Gefühl des Ausgeliefertseins, der
Ohnmacht.
Auch zur Macht gehören immer zwei: einer, der sie ausübt, und einer, der das
zulässt.
Wer handelt, um dafür belohnt (oder mindestens nicht bestraft) zu werden, ist
nicht "bei sich", sondern abhängig vom Lob und Tadel anderer und gibt damit
anderen Macht über sich.
Wenn Sie jemand motivieren
kann, dann kann er Sie auch demotivieren. Damit laden Sie alle möglichen Leute
ein, über Ihre Lebensqualität zu bestimmen.
Andere haben dann Macht
über Sie und Ihr Selbstrespekt bleibt auf der Strecke.
Macht wird immer
nur verliehen.
Im äußersten Fall können Sie ihr Gegenüber oder die Situation abwählen.
Niemand hat Macht über Sie.
Wählen Sie die Ohnmacht ab!
Der eigentliche Machthaber sind immer sie selbst.
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Etwas
über die Erwartungen anderer
Die
Erwartungen anderer sind die Erwartungen
anderer.
Die Probleme
beginnen erst, wenn Sie sich die Erwartungen anderer reflexhaft zu Eigen machen.
Anderen immer gefallen zu wollen hat seinen Preis, denn womöglich Sie bezahlen
werden.
Wenn Sie sich
zwanghaft fürchten, dass ihr Gegenüber sie nicht mehr mag, wenn sie seine
Erwartungen nicht erfüllen, machen Sie sich zum Spielball anderer, geben anderen
Macht über sich. Mit dieser Art zu denken verlagern
Sie ihre Steuerungsinstanz nach außen.
Das ist das
Ende der Selbstverantwortung.
Sie sind nicht
auf der Welt um die Erwartungen anderer zu erfüllen. Sie sollten die Erwartungen anderer
nicht bewerten.
Sie und die
anderen haben das Recht, Erwartungen zu formulieren.
Aber Sie
entscheiden, ob Sie diese erfüllen wollen.
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Selbstverantwortung
Sie sind verantwortlich für
Ihre Handlungen, Gedanken und Gefühle.
Somit sind Sie auch für Ihre Erwartungen verantwortlich.
Dasselbe gilt auch für die anderen.
Auch wenn ein Auslöser bei Ihnen eine Empfindung weckt, so bleiben Sie doch
verantwortlich für diese Empfindung und für das was Sie nun damit machen. Für
das verhalten der Person welche bei Ihnen angenehme oder unangenehme Gefühle
ausgelöst hat, dafür sind nicht Sie Verantwortlich, aber für Ihre Empfindungen,
wenn auch ausgelöst von einer anderen Person, sind und bleiben sie
Verantwortlich. Nur so können sie der anderen Person die Macht über Ihre Gefühle
nehmen und sie wieder sich selber geben. Nur so können Sie, auch wenn es
zunächst schwierig erscheint, bei sich selber bleiben. Nur wenn Sie bei sich
selber bleiben, sind Sie mit sich selber und Ihren Bedürfnissen in Kontakt und
können sich selber gut versorgen.
Zwischen Auslöser und der Ursache von Empfindungen besteht ein Unterschied. Der
Auslöser mag ihr beunruhigtes Kind, oder ihr lauter Nachbar sein, doch die
Ursache der Empfindung liegt in Ihnen. Die Ursache des Auslösers liegt da
draussen, die Verantwortung für den Auslöser ebenfalls. Doch die Ursache für
unsere Reaktion darauf, die liegt immer in uns. Die Ursache unsere Empfindungen entstehen aus den Entscheidungen, wie wir das was andere
sagen, unterlassen und tun aufnehmen und in uns integrieren wollen; und sie
entstehen aus den jeweiligen Bedürfnissen und/oder Erwartungen die wir haben.
Den hinter allem was wir tun verbirgt sich ein Bedürfnis, denn wir sind
Bedürfniswesen.
Wenn wir etwas nicht haben müssen, macht es uns auch keine unangenehmen
Empfindungen wenn wir es nicht erhalten.
Wenn wir etwas haben müssen, steckt dahinter immer eine Strategie um eigene oder
uns Nahestehenden Bedürfnisse zu erfüllen.
Dann haben wir unangenehme Empfindungen wenn wir nicht zum Ziel kommen, oder
angenehme wenn wir erfolgreich sind.
Um in schwierigen Situationen mit diesen Empfindungen klar zu kommen, denn jede
Empfindung beeinflusst unser Denken und Handeln, brauchen wir ein Bewusstsein
darüber wie wir "Bedürfniswesen" funktionieren. Wir müssen wissen, dass unsere
Gefühle die Sprache unserer Bedürfnisse sind.
Drei Beispiele für die Ursächlichkeit unserer
Empfindungen und die Komplexität unserer Bedürfnisse. Die jeweils beschriebene Aktion, also die äußerlich sichtbare Handlung ist in allen 3
Beispielen dieselbe, aber die Empfindungen sind dennoch komplett
unterschiedlich. An den Beispielen können wir auch erkennen, wie unsere Gedanken
unsere Empfindungsverläufe mitbestimmen können.
Wie Gedanken und
Bedürfnisse aufeinander wirken können...
Nachfolgend 3 einfache Beispiele, um zu verdeutlichen wie unsere Gedanken auf
unsere Empfindungen wirken, und wie wiederum unsere Empfindungen auf unsere
Gedanken wirken können.
Herr
Seele geht einkaufen:
Situation 1:
Bedürfnis von Herr
Seele: Er ist müde
und möchte seine Ruhe haben.
Aktion: Er geht einkaufen und wird von seinem Bekannten, welchen er im
Laden sieht, ignoriert.
Empfindung: Er freut sich darüber, dass er ignoriert wurde und somit
seine Ruhe hatte. (Sein temporär primäres Bedürfnis wurde erfüllt)
Situation 2:
Bedürfnis von Herr Seele: Er hat das Bedürfnis mit anderen Menschen
Kontakt zu haben.
Aktion: Er geht einkaufen und wird von einem Bekannten, welchen er im
Laden sieht, ignoriert.
Empfindung: Er ärgert sich darüber, das er ignoriert wurde.
Gedanken: Er macht sich den Selbstvorwurf, weil er mutlos war und selbst
keinen Versuch unternahm seine Bekannten anzusprechen.
Empfindung: Noch mehr Ärger, er fühlt sich isoliert.
Gedanken: Er will sich nicht ärgern.
Empfindung: Noch mehr Ärger, er ärgert sich darüber dass er sich ärgert.
Gedanken: Er wird ihm klar, das hinter allem was ein Mensch tut, sich ein
Bedürfnis verbirgt. Er wird sich bewusst, dass er seinem Ärger dankbar sein
kann. Denn dieses Gefühl zeigt ihm, dass eines oder mehrere seiner Bedürfnisse
nicht erfüllt wurden. In diesem Falle ging sein tiefes Bedürfnis nach Kontakt
nicht in Erfüllung.
Empfindung: Herr Seele findet durch diese Art des Denkens wieder zu sich
selbst. Er ist traurig, dass sein Bedürfnis nach Kontakt und das Bedürfnis sich
nicht zu ärgern diesmal nicht in Erfüllung gingen.
Gedanken: Er überlegt sich, wie er sein Bedürfnis nach Kontakt doch noch
erfüllen könnte.
Situation 3:
Bedürfnis von Herr Seele: Er hat das Bedürfnis mit anderen Menschen
Kontakt zu haben.
Aktion: Er geht einkaufen und wird von seinem Bekannten, welchen er im
Laden sieht, ignoriert.
Gedanken: Er denkt dass sein Bekannter vielleicht seine Ruhe haben
möchte.
Empfindung: Er ist etwas traurig.
Gedanken: Er denkt dass es ein anderes Mal oder bei anderen Bekannten
welche die selben Bedürfnisse haben wie er zu einem guten Kontakt kommen wird.
Empfindung: Hoffnung.
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Frei nach den Quellen: Benevol Basel, Einführungskurs Freiwilligenarbeit, Kommunikation. Gewaltfreie Kommunikation, von Marshall B. Rosenberg. Das Prinzip der Eigenverantwortung, von Reinhard K. Sprenger. Miteinander Reden, Band 1 von Schulz von Thun.
Winning through enlightenment, von Ron Smothermon. Wikipedia Internetlexika
http://de.wikipedia.org
Eigene Erfahrungen von Mitwirkenden des
Streetwork-Projektes.
Beatus
Gubler 15.02.2008
www.streetwork.ch
/
www.hinschauen.ch
/
www.aufwachen.ch
/
www.streetwork-verlag.ch

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